Alltag

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🇬🇭grundsätzliches im überblick

Währung
New Ghana Cedi (GHS)
Wechselkurs
1 € = 7.0065 GHS (Mitte Dez. 2020) Zentralbank
Zeitzone
UTC
Landesvorwahl (Telefon)
+233
Klima (für Hauptstadt)
Tropisch

Kotoka International Airport
© Manuel Dohmen (CC BY-SA 3.0)

🇬🇭Einreise- und Aufenthaltsbestimmungen

Für die Einreise nach Ghana benötigen deutsche Staatsangehörige ein Visum, das normalerweise die Ghanaische Botschaft in Berlin problemlos und zeitnah ausstellt. Wichtig bei der Einreise ist das Vorlegen des Internationalen Impfpasses und der Beleg einer gültigen Gelbfieberimpfung. Vor einem geplanten Besuch und der Beantragung eines Visums ist es sinnvoll, sich auch auf der Homepage der Regierung Ghanas, des Auswärtigen Amtes der Bundesregierung und der Deutschen Botschaft in Accra über aktuelle Einreise- und Aufenthaltsbedingungen, neuere politische Entwicklungen und sicherheitsrelevante Fragen zu informieren. Auch eine gute Vorbereitung auf den Umgang mit einer fremden Kultur unterstützt bei der Überwindung erster Hindernisse. Dazu zählt auch, die vielen Feiertage zu kennen.

Der gewaltige Akosombo Staudamm
© SandisterTei (CC BY-SA 3.0)

🇬🇭Wohnen, Versorgung, finanzieller-verkehr, Kommunikation

Das allgemeine Preisniveau in Ghana ist seit Jahren ständig gestiegen. Das gilt gerade für den inzwischen angespannten Wohnungsmarkt in den südlichen Landesteilen, insbesondere für die Ballungszentren Accra und Kumasi sowie seit der Ölförderung besonders auch für den Großraum Sekondi-Takoradi. Wie in den meisten afrikanischen Ländern üblich, sind Mieten in harter Währung auch in Ghana ein bis zwei Jahre im Vorfeld zu bezahlen. Auch die Hotelpreise bewegen sich im gehobenen Segment, und die hohe Anzahl größerer Hotels internationaler Ketten verweist auf ein tendenziell positives Geschäftsklima. Stabiles politisches Umfeld und anhaltendes Wirtschaftswachstum spiegeln sich auch in den Shopping Malls wider. Diese Shopping Malls entstanden in den vergangenen Jahren. Sie bieten Nahrungsmittel aller Art sowie Konsumgüter des gehobenen Bedarfs an.

Dennoch empfiehlt es sich, sich ein bisschen mit der ghanaischen Küche zu beschäftigen. Jenseits der einfachen Kioske am Straßenrand findet sich eine Vielzahl kleiner Restaurants, die die aufstrebende Mittelschicht besonders zum Lunch aufsucht, und die auch für den europäischen Gaumen reichlich zu bieten hat. Benzinknappheit oder Kraftstoffmangel sind in Ghana, im Gegensatz zu Nigeria, unbekannt.

Das Finanzwesen ist inzwischen relativ gut entwickelt, die Nutzung gängiger Kreditkarten problemlos. Dennoch spielt in Ghana Bargeld – wie übrigens überall in Afrika – weiterhin eine zentrale Rolle. In allen größeren Städten betreiben die offiziellen Wechselstuben ‚FOREX Büros‚ das Tagesgeschäft, was im Straßenbild leicht erkennbar ist. Die dortigen Kurse werden täglich neu festgelegt und erweisen sich in der Regel als günstiger als in den Banken. Das Wechselgeld-Prozedere erfolgt dabei unkompliziert und zügig. Ausländer, die sich aus beruflichen Gründen längere Zeit im Land aufhalten, sollten prüfen, welche Bank
Kooperationsbeziehungen mit ghanaischen Finanzinstituten unterhält, um problemlos Geldüberweisungen tätigen zu können. Ansonsten bliebe dann nur noch das kostenträchtige Verfahren der Überweisungen mit bekannten Unternehmen wie Western Union oder MoneyGram.

Ghanas Informations- und Kommunikationstechnologie ist weit fortgeschritten, die Netzabdeckung der Mobilfunkanbieter ziemlich hoch. Prepaidkarten lokaler Anbieter sind überall zu haben. Internetcafés gehören in allen Städten dem Standard an, wenngleich die Bandbreiten sehr unterschiedlich sind. Ende Dezember 2015 erhielt die Tochter des südafrikanischen Konzerns MTN eine G4/LTE Lizenz, die die Internetnutzung äusserst optimierte.

Mittlerweile hat sich diese Dynamik weiter beschleunigt: Während 4G/LTE den heutigen flächendeckenden Standard bildet, markiert das Jahr 2026 den Beginn einer neuen Ära durch den kommerziellen Start des ersten gemeinsamen 5G-Backbones. Unter der Leitung der Next Gen InfraCo (NGIC) wurden erste Hochgeschwindigkeitsnetze in Ballungszentren wie Accra, Kumasi und Tamale aktiviert. Ziel der Regierung ist es, bis zum 70. Unabhängigkeitstag im März 2027 eine 5G-Abdeckung von 70 % der Bevölkerung zu erreichen. Internetcafés verlieren dabei zunehmend an Bedeutung, da die extrem hohe Smartphone-Penetration und sinkende Kosten für mobiles Breitband den individuellen Zugang zum Netz zum alltäglichen Standard werden liessen.

🇬🇭Gesundheitsvorsorge für die Tropen

Während Basisimpfungen gegen Tetanus oder Hepatitis für Reisende nach wie vor zum globalen Standard gehören, hat sich die medizinische Lage in Ghana seit dem schweren Cholera-Ausbruch von 2014 massiv gewandelt. Damals verdeutlichte die Krise in der Region Greater Accra die Notwendigkeit robusterer Gesundheitssysteme; heute ist die Gefahr deutlich durch verbesserte sanitäre Infrastruktur und gezielte Prävention gesunken. In der Malaria-Vorsorge hat Ghana seit 2023 eine weltweite Vorreiterrolle eingenommen und als erstes Land hocheffektive Impfstoffe wie R21 zugelassen. Dennoch bleibt die individuelle Prophylaxe für europäische Reisende ein komplexes Thema, bei dem die rein digitale Information allein oft nicht ausreicht. Angesichts der rasanten Fortschritte – von modernen Kombinationspräparaten bis hin zu den neuen Impfprogrammen vor Ort – ist heutzutage eine persönliche Beratung durch spezialisierte Tropenmediziner oder Institutionen wie das Auswärtige Amt unerlässlich, um den Schutz exakt auf die aktuelle epidemiologische Lage von 2026 abzustimmen.

Straße von Tamale nach Yendi

🇬🇭Verkehr

Die Fernstraßenverbindungen nach Norden und entlang der Küste haben sich in den vergangenen Jahren nur leicht verbessert. Bei der Nutzung eines eigenen Fahrzeugs sollten Fahrten nach Einbruch der Dunkelheit vermieden werden, da schon eine einfache Panne schnell eine Kette von Problemen – beispielsweise Unfallgefahr durch andere Fahrzeuge – heraufbeschwören kann. Zwar verbinden Überlandbusse alle größeren Städte, aber auch auf dieses Transportmittel sollte man in den Nachtstunden möglichst verzichten, da die Verkehrssicherheit nach Einbruch der Dunkelheit erheblich abnimmt. Der schwere Unfall am 17. Februar 2016 zwischen Kumasi und Tamale, in dem ein Fernbus und ein LKW involviert waren, kostete mindestens 70 Menschen das Leben und belegte das Gefährdungspotenzial auf tragische Weise . Weitere Personen erlitten zum Teil schwere Verletzungen. Im November 2017 gab die Straßenverkehrsbehörde bekannt, dass zwischen Januar und September 2017 mehr als 1.500 Verkehrstote zu beklagen waren.

Diese Zahl erhöhte sich beträchtlich. Im Jahre 2019 gab es nach offiziellen Angaben 2.284 Verkehrstote, fast die Hälfte allein in den drei Regionen Greater Accra, Ashanti und Eastern Region. In den Jahren 2020 bis 2023 stagnierten diese Zahlen laut NRSA-Statistiken auf ein Niveau von jährlich über 2.000 Opfern. Mit der Einführung des digitalen Überwachungssystems „Traffitech-GH“ und dem Teilausbau der N1 und N6 ab 2024 meldete die Verkehrsbehörde für 2025 einen Rückgang der tödlichen Unfälle um circa 7 %. Die offiziellen Gesamtzahlen der NRSA für das Jahr 2025 befinden sich in der abschließenden behördlichen Validierung; die Angabe basiert auf den vorliegenden Quartalsberichten.

Jenseits des eigenen Fahrzeugs ist in größeren Orten und Städten das Taxi das gängige Verkehrsmittel, wobei normalerweise ein Sammeltaxi die Funktion eines Kleinbusses übernimmt und für bestimmte Streckenabschnitte feste Preise verlangt. Die individuelle Nutzung eines Taxis ist natürlich auch möglich, doch müssen Fahrgäste den Preis mit den Fahrern vor Fahrtantritt aushandeln. In den urbanen Zentren haben mittlerweile Ride-Hailing-Apps (Uber, Bolt, Yango) diesen Prozess weitgehend durch Festpreise ersetzt. Für lange Strecken, wie beispielsweise ins nördliche Tamale, empfiehlt sich ein Inlandsflug über den 2025 modernisierten Regionalflughafen.

🇬🇭Sicherheitslage

Im Vergleich zu den übrigen Staaten Westafrikas gelten die meisten Landesteile Ghanas als sicher und haben relativ wenige Probleme mit Kriminalität, was dem Land ein zusätzlich positives Image verleiht. Ausnahmen von dieser seit vielen Jahren bestehenden Regel sind die nördlichen Regionen, wo regelmäßig politische Konflikte mit ethnischen Untertönen ausbrechen. So bestehen in mehreren Bezirken und Regionen nächtliche Ausgangssperren, wie in den Bezirken Oti, den Regionen Northern und Northern-East. Besonders die Region Bawku bleibt aufgrund eskalierender Chieftaincy-Konflikte auch 2026 ein Brennpunkt mit massiver Militärpräsenz. Auch haben Diebstähle und Überfälle in den Ballungszentren sowie Raubüberfälle auf den Fernstraßen zugenommen.

Die Regierung reagierte mit dem Sicherheitskonzept «Operation Calm». Insbesondere die Ermordung des Investigativ-Journalisten Ahmed Hussein-Suale im Januar 2019 im Großraum Accra und der Tod mehrerer Polizisten bei deren Dienstausübung löste erhebliche Irritationen aus. Der Tod des Journalisten schien mit seinen Recherchen zur Korruption im ghanaischen Fußballverband zusammenzuhängen. Auch die Entführung zweier Kanadierinnen, eines Inders und eines Diplomaten aus dem Baltikum im ersten Halbjahr 2019 veränderte die Wahrnehmung über die Sicherheitslage, auch wenn die Entführungen letztlich glimpflich ausgingen.

Noch waren 2019 die Zwischenfälle überschaubar, aber es schien sich ein Trend zu entwickeln, der indirekt auch mit dem Versuch des Staates zusammenhängen konnte, erstmals zielgerichtet gegen illegale Goldsucher, den sogenannten ‚Galamsey‘ vorzugehen und gegebenenfalls auch Militärs einsetzen zu mögen. Der Einsatz des Militärs im Rahmen der Operation „Halt II“ wurde dann auch bis 2026 verstetigt, was die Spannungen in den Bergbaugebieten messbar erhöht hat. Teile der zumeist Jugendlichen und Heranwachsenden, die in diesem harten und teils lebensbedrohlichen Geschäft um ihr kleines Einkommen bangen, bieten ein Rekrutierungspotenzial kleinkrimineller Banden, deren Aktivitäten sichtlich zugenommen haben.

Auch in den Grenzregionen zum Nachbarstaat Burkina Faso verschlechterte sich die Sicherheitslage etwas. Durch die instabile Lage in Burkina Faso verstärkte Ghana die „Accra Initiative“ zur Terrorismusbekämpfung im Norden personell massiv. Die Vorgängerregierung unter Mahama hatte eben zudem die Zahl der Polizeikräfte deutlich reduziert, was die Kriminalitätsrate unmittelbar ansteigen ließ. Im Mai 2019 gab die Regierung bekannt, im Kampf gegen die wachsende Kriminalität über das ganze Land verteilt mehrere tausend Überwachungskameras einzurichten. Die Installation der 10.000 Kameras ist laut Ministerium für nationale Sicherheit abgeschlossen; eine unabhängige statistische Auswertung zur Senkung der Kriminalität durch dieses System für das Jahr 2026 steht noch aus. Bis 2025 wurde das Netz auf über 10.000 Kameras ausgebaut, die nun landesweit von zentralen Kontrollzentren überwacht werden. Zurzeit bestehen den offiziellen Angaben zufolge etwa 10.000 dieser Kameras, deren Zahl zeitnah erheblich wachsen wird und die von den urbanen Zentren Accra, Kumasi und Tamale aus gesteuert werden.

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Der Text wurde nachträglich vollständig von unserer Redaktion überarbeitet. Die ursprünglichen Texte stammen vom Länderportal der GIZ, welches im Netz eingestellt wurde. Dessen ursprünglicher Verfasser war Heinrich Bergstresser.

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