Stabile demokratische Verhältnisse, demokratisch legitimierte Machtwechsel, wichtiger Gold-, Kakao- und Holzproduzent, jüngstes Ölförderland Afrikas: Ghana befindet sich seit nunmehr fast drei Jahrzehnten auf einer Erfolgsspur und entdeckt zugleich seine einstige führende Rolle als «Black Star» Afrikas wieder. Trotz dieser Erfolgsspur sieht sich das Land seit 2022 mit der schwersten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten konfrontiert. Diese führte zu massiver Inflation und einer Umschuldung unter Beteiligung des IWF.
Fünf natürliche geographische Zonen strukturieren die vielfältige Landschaft: Im trockenen Norden und Volta-Becken ist bereits der Sand der Sahara zu spüren, während das Volta-Delta, der Volta Stausee und die regenreiche Akan-Tiefebene die feuchten südlichen Küstenregionen am Golf von Guinea prägen. Dazwischen liegen das Ashanti-Hochland, das Kwahu-Plateau und die Akwapim-Togo Schwelle.
Offizieller Name: Republik Ghana
Fläche: 238.537 km²
Einwohner: 34,5 Mio. (April 2026)
Bevölkerungswachstum: 1,9 % (pro Jahr 2025 geschätzt)
Regierungssitz: Accra
Amtssprache: Englisch
Regionalsprachen: Akan, Ewe, Ga, Hausa, Dagbani

Das heutige Ghana verdankt seinen Namen jenem Reich Ghana, welches sich im Mittelalter im nordwestlichen Sahel befand. Denn dieses erstreckte sich über den Südosten des heutigen Mauretanien und den Westen Malis. Arabische Quellen besagen, dass der Ruhm des legendären Reiches, über das ansonsten kaum etwas Konkretes vorliegt, selbst in Bagdad bekannt war. Der Staatsgründer des modernen Ghana, Kwame Nkrumah, nutzte die Gunst der Stunde und kreierte mit der Namensumbenennung der Goldküste in Ghana einen Mythos, der bis heute nachwirkt. Denn die Namensgebung, die als Rückbesinnung auf eine pre-koloniale Zivilisation diente, war ein starkes Symbol, um der Welt zu zeigen, dass die Kolonialzeit endgültig zu Ende ging. Die Anrainerstaaten Elfenbeinküste im Westen, Burkina Faso im Norden und Togo im Osten verhielten sich dem gegenüber erst wenige Jahre später souverän.
Im Bericht aus dem Jahr 2019 des Entwicklungsprogramms der UN zur menschlichen Entwicklung belegt Ghana Rang 140 von 189 untersuchten Nationen. Im Bericht von 2024 verbesserte sich Ghana leicht auf Rang 133. Die Bevölkerung Ghanas verteilt sich extrem ungleich. Ein Drittel der Ghanaer lebt in den beiden Regionen Ashanti und Greater Accra, die zugleich unverändert die wirtschaftlich dominierenden Räume repräsentieren. Während weitere fünf Regionen mit jeweils etwas über zwei Millionen sehr ähnliche Bevölkerungszahlen aufweisen, springt die extrem geringe Einwohnerzahl in den beiden nördlichsten Regionen – Upper East und Upper West – ins Auge.
Dort leben insgesamt weniger als zwei Millionen Menschen. Seit Jahren ist die Entvölkerung dieses Gebietes zu beobachten. – Dort, wo schon der Sand der Sahara spürbar ist. Dieser Trend übt auch ständig weiteren sozioökonomischen Druck aus, besonders auf die benachbarte Northern Region mit der Hauptstadt Tamale und die beiden Zentren Ashanti mit der Metropole Kumasi und Greater Accra aus. Aber etliche junge Ghanaer schielen auch in den Norden, in Richtung Mittelmeer und nach Europa. Sie begeben sich, in der Hoffnung auf ein besseres Leben fernab der Heimat, auf den Weg.
Das ungebrochene Bevölkerungswachstum, welches seit der Jahrtausendwende einen Anstieg der Gesamtbevölkerung von 30 Prozent innerhalb nur einer Dekade verzeichnet, zeigt für die Ballungsräume überdurchschnittliche Raten von annähernd 40 Prozent, für die beiden Armenhausregionen im hohen Norden hingegen nur eine sehr geringe Rate: 13 Prozent in Upper East, beziehungsweise 22 Prozent in Upper West. Diese Zahlen stellten bislang jede Regierung vor enorme Herausforderungen; dies besonders hinsichtlich Weiterentwicklung der Verkehrsinfrastruktur.
Das Fernstraßennetz verbindet alle Landesteile, wobei die Qualität der Verbindungen in den verschiedenen Regionen äusserst unterschiedlich sind. Das lediglich im Süden des Landes befindende Schienennetz ist fast durchgängig marode und wird nur von wenigen Reisenden genutzt. Seit Jahren diskutieren die Regierungen über einen Neustart im Schienenverkehr, der sogar den Grenzbereich des benachbarten Togo einschließen soll.
Die neue Regierung unter Präsident Akufo Addo hat sich des Themas «Eisenbahn» angenommen und inzwischen erste Erfolge vorzuweisen. So konnte im Januar 2019 ein Shuttleservice zwischen Accra und der nahegelegenen Hafenstadt Tema seinen, wenn auch noch bescheidenen, Betrieb aufnehmen. Auch die Bahnstrecke zwischen der Hauptstadt und der Stadt Nsawam, gut 30 km nördlich von ihr gelegen, wird laut offiziellem Masterplan 2026 durch eine umfassende Modernisierung, deren Abschluss für das laufende Jahr angestrebt wird, hergerichtet sein. Bis 2026 wurden weitere Abschnitte der Western Railway Line saniert, doch die große nationale Schienen-Offensive leidet massiv unter der Schuldenkrise des Staates.
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Der Text wurde im Frühling 2026 nachträglich vollständig von unserer Redaktion überarbeitet. Die ursprünglichen Texte stammen vom Länderportal der GIZ, welches im Netz eingestellt wurde. Dessen ursprünglicher Verfasser war Heinrich Bergstresser.
Ein weiterer Link führt zu Planet-Wissen, ein Kanal, der ebenso über die Kultur Ghanas berichtete:
Planet-Wissen, Afrika: Ghana



